Eichendorff-Zentrum

 

September 2006

Die Eichendorff-Mühle

Zu Zeiten Eichendorff´s gab es im Nachbardorf Bresnitz eine aus Holz gebaute Wassermühle. Die Müllersfamilie hatte eine sehr schöne Tochter, in die sich der junge Dichter verliebte,  - die Eltern des Mädchens jedoch waren gegen die Verbindung und schickten sie nach Österreich zu Verwandten. Als der Dichter bei einem seiner Ausritte zur Mühle es erfuhr, wurde er sehr traurig und dichtete aus diesem Anlass das Gedicht „In einem kühlen Grunde“. Auch in Heidelberg, wo der Dichter studierte, gab es eine Mühle mit einer schönen Müllerstochter – die Wissenschaft verlegt die Entstehung des Gedichtes dorthin.

In den 20-ger Jahren des XX. Jahrhunderts wurde die Holzmühle abgerissen und eine Mühle aus Stein und Ziegel an ihre Stelle gesetzt. Im Zuge der Umbenennung der oberschlesischen Ortschaften in den 30-ger Jahren wurde der Name Bresnitz in Eichendorffmühl geändert.

Bis zum Jahre 1946 ist die Mühle in Betrieb gewesen, doch im Rahmen der Verstaatlichung unter der kommunistischen Regierung wurden kleine Betriebe, wie die Mühle, geschlossen. Der Eigentümer ist auf seinem eigenen Feld auf eine Miene getreten und verlor sein Leben. Sein Sohn kam erst spät aus der russischen Gefangenschaft zurück und fand die Wirtschaft mit der Mühle in einem ruinösen Zustand vor.

Im Jahre 1994 wurde dort eine Wasserleitung von einer bayrischen Firma aus Aichach gelegt, diese kaufte das Gebäude und schenkte es dem Eichendorff-Verein. Es sollte renoviert und als Wochenendhaus für die Mitarbeiter der Firma genutzt werden. Diese Pläne konnten jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden und so ist der Eichendorff-Verein gerichtlich eingetragener Eigentümer.

Vor zwei Jahren erklärte sich Herr Gerhard Simon, der Vorsitzender der „Erika-Simon-Stiftung“ die schon viele Projekte in Schlesien unterstützt hat, - so die Restaurierung der Glocken der Friedenskirche in Jauer, die Aufstellung der Eichendorff-Büsten in Neisse und Deutsch Krawarn – bereit, die Innenrenovierung der Mühle und den Bau des Mühlenrades zu finanzieren. Für das Mühlenrad wurde eine dreihundert Jahre alte Eiche gefällt.

Der Eichendorff-Verein als Eigentümer erbrachte in Eigenleistung:

- Die Verstärkung der Baufundamente

- Die Wiederherstellung des alten Grabens des

   Mühlenrades 

   (6 m lang, 2 m breit und 4 m tief)

 

- Die Verlegung des Wasserzu- und abflusses aufs 

   Mühlenrad

 

- Die Renovierung der Außenfassade incl. Dach, Fenster

   und Türen

- Den Bau einer Umzäunung und der Zugänge zur Mühle

- Den Anschluss an die Feuermelderanlage

- Den Bau einer Zufahrt und eines Parkplatzes

Diese Arbeiten wurden schon zu großen Teil fertig gestellt, so dass die Einweihung der Mühle im Herbst dieses Jahres wahrscheinlich ist.

Unser großer Dank gilt dem großherzigen Spender, dem Vorsitzenden der „Erika-Simon-Stiftung“, Herrn Gerhard Simon.

Leonard Wochnik

Bilder der Eichendorffmühle...

 

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