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Eichendorff-Zentrum |
Wer war Eichendorff?
Joseph Freiherr von
Eichendorff war einer der berühmtesten deutschen Dichter der
Spätromantik im 19. Jahrhundert. Viele Gedichte von Eichendorff
wurden in Liedern vertont und werden heute noch gesungen
-
„Wem Gott will rechte Gunst
erweisen“
-
„O Täler weit, o Höhen“
-
„In einem kühlen Grunde“).
Sein berühmtestes
Werk ist wohl der Roman „Aus
dem
Leben eines Taugenichts“. Ein Müllerssohn, der aus seinem
Leben berichtet, wird wegen seiner Faulheit vom Vater „Taugenichts“
genannt und in die Welt hinausgeschickt. Er ist nicht besonders
klug, aber hat eine angenehme Stimme und ein gutes Gedächtnis für
Volkslieder, in denen er seine Gefühle ausdrückt.
Das Werk wurde als
romantischer Protest gegen die anbrechende moderne Gesellschaft
gedeutet. Damals entstand zum Beispiel die Industrie oder die
Eisenbahn. So ist dieser Text vielleicht ein Protest gegen den
modernen Menschen, der nur noch nach materiellen Reichtümern strebt.
Zum Ort Lubowitz (auf polnisch
Łubowice)
Im Lubowitzer
Schloss, das nur noch als Ruine erhalten blieb, kam Joseph von
Eichendorff 1788 zu Welt. Hier verbrachte er seine Kindheit und
Jugend. Hier ruhen auf dem Friedhof seine Familienangehörigen.
Die Schönheit der
Natur und seine Heimatverbundenheit zur Region Schlesien
verarbeitete Eichendorff in seinen Gedichten.
Die adelige Familie
der Eichendorffs war nicht besonders wohlhabend, und so war der
Vater des Dichters gezwungen, das Schloss in Lubowitz zu verkaufen.
Seinen Lebensabend verbrachte Joseph von Eichnedorff in Neisse
(Oberschlesien), wo er auf dem Jerusalemer Friedhof 1857 begraben
wurde. Das Grab ist erhalten geblieben.
Seit dem 2. Weltkrieg gehört Lubowitz zu
Polen. Da einige Werke Eichendorffs auch in die polnische Sprache
übersetzt wurden, findet Eichendorff auch unter der heute hier
wohnenden polnischen Bevölkerung Interesse. Für die in Schlesien
zurückgebliebene deutsche Minderheit spielt Eichendorff eine
besondere Rolle. Viele Folkloregruppen oder Straßen in Dörfern mit
deutscher Minderheit tragen seinen Namen.

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