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Eichendorff-Zentrum |
20. Januar 2010
Ein
Nachruf von Adrian Sobek
Abschied von
Leonard Wochnik
Am 20. Januar in den frühen Morgenstunden
verstarb nach langer Krankheit Leonard Wochnik, der Gründer und
Vorsitzender des Lubowitzer Eichendorff Vereins sowie
Vorstandsmitglied der Stiftung Oberschlesisches Eichendorff-,
Kultur- und Begegnungszentrum.
Leonard Wochnik
wurde 1934 in Bresnitz, in unmittelbarer Nähe von Lubowitz geboren,
er besuchte zwischen 1941 und 1944 die dortige deutsche Grundschule,
später arbeitete er 41 Jahre lang in der Ratiborer Kohle- und
Graphikelektrodenfabrik als Aufsichtsmeister.
Als sich die
Deutschen nach der Wende wieder organisieren durften, schaffte
Leonard Wochnik in Lubowitz und den umgebenden Dörfern die Gründung
des Eichendorff – Vereins, der im Februar 1990 offiziell registriert
wurde. Auch wirkte er acht Jahre in der Vertretung der Gemeinde
Rudnik mit.
Schon bald
entstanden durch seine und seiner Mitstreiter Arbeit sichtbare
Zeichen der Erinnerung an die Familien derer von Eichendorff in
Lubowitz wieder lebendig zu machen: Das vernachlässigte
Schlossgrundstück wurde aufgeräumt, die Feiern zum Geburtstag des
Dichters (1988 erstmals wieder durchgeführt) wurden zum festen
Bestandteil des kulturellen Lubowitzer Jahresablaufs.
Am 20. Juli 1990
fand im Schlosspark eine Großkundgebung der deutschen Volksgruppe
mit ca. 20.000 Teilnehmern unter Ihnen Pater Leppich, Otto von
Habsburg sowie Dr. Hupka statt.
Leonard Wochnik ist
es als treibende Kraft zu verdanken, dass aus dem verfallenen
Gasthaus ein modernes Tagungs- und Begegnungshaus mit
Übernachtungsmöglichkeiten, guter Gastronomie sowie Schulungsräumen
entstand, dass als Eichendorff – Zentrum im Jahre 2000 eingeweiht
werden konnte. Seinem Einsatz, seiner Freundlichkeit ist es zu
verdanken, dass Lubowitz ein „Muss“ für alles nach Oberschlesien
reisenden Gruppen wurde.
Zahlreiche Medien
berichteten in unzähligen Artikel und Beiträgen über den Geburtstort
Joseph von Eichendorff und so war Leonard Wochnik, neben Pfarrer
Dr. Rzega, das Gesicht und die Stimme von Lubowitz. Für den sehr
gläubigen Katholiken begann und endete jede Tätigkeit mit und in der
Kirche.
Als höchste, neben
zahlreichen anderen Auszeichnungen für seine Verdienste für die
Erhaltung der deutschen Kultur in Schlesien wurde Leonard Wochnik im
Jahre 2006 durch Bundespräsident Köhler das Bundesverdienstkreuz am
Bande verliehen. Die Auszeichnung nahm der damalige Generalkonsul
der Bundesrepublik Deutschland in Breslau Dr. Schöps vor.
Im Jahre 2008
gelang es Leonard Wochnik nach längerem bürokratischen Kampf, in
Lubowitz die ersten zweisprachigen Ortsschilder im Siedlungsgebiet
der deutschen Volksgruppe in Schlesien aufzustellen. In den letzten
Jahren galt sein Einsatz der Wiederherstellung der historischen
Wassermühle in Bresnitz die ein weiterer Touristenziel darstellt und
die jährlich stattfindenden Mühlenfeste eine weiterer Bereicherung
des kulturellen Lebens und Lubowitz und Umgebung sind.
Unter großen
Anteilnahme, die Zahl der Trauergäste betrug an die 600 Personen
waren alte Weggefährten, Vertreter der Organisationen der deutschen
Volksgruppe, Vertretern vom Verein Haus Schlesien aus Königswinter.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde durch Konsul Ludwig Neudorfer
vertreten. Seiner Gattin Hildegard und seiner Familie gilt unser
aufrichtiges Beileid. Der Tod solcher Menschen, wie es Leonard
Wochnik gewesen ist, hinterlässt in den Reihen der Deutschen in
Schlesien eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird.
Adrian Sobek
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