Eichendorff-Zentrum

 

29. August 2006

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland an

Herrn Leonhard Wochnik

Laudatio – Leonhard Wochnik

So wie es in Oberschlesien üblich war, gehörte Leonhard Wochnik zu den Menschen, die ihre Arbeit liebten und schätzten sowie dem Arbeitgeber treu dienten.

So auch als verantwortlicher Aufsichtsmeister für das ganze Telefon- und verkabelte Radionetz, arbeitete er Jahrzehntelang in der Ratiborer Kohle- und Graphitelektrodenfabrik „ZEW“, die früher zur Siemens-Plania gehörte und unter dem Volke als „Schwarze Bude“ – wegen den dort verarbeiteten rußhaltigen Rohstoffen – bekannt war. Die „mittlere Aufsicht“ der Wartungsabteilung war von der Nachkriegszeit immer mit den hiesigen Deutschen belegt – die Werksleitung war dabei klug genug um bei Besetzung dieser so wichtigen Stellen für die über 2000 Mitarbeiter zählenden Fabrik, das praktische Fachwissen der Oberschlesier zu berücksichtigen und in Anspruch zu nehmen. Von den alten deutschen Vorkriegsmeistern bekam Wochnik nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch zum Teil die deutsche Sprache und die Identität vermittelt (das technische Personal der mittleren Aufsicht sprach und kommunizierte noch Jahrzehnte lang nach dem Kriege unter sich in Deutsch).

Leonhard Wochnik war immer sehr stark mit Lubowitz verbunden. Als kurz vor der Wende Blasius Hanczuch mehrmals probierte den Deutschen Freundschaftskreis erfolglos im Bezirksgericht anzumelden, tauchten die Gedanken auf einen Verein der Deutschen als Gesellschaft der Eichendorfffreunde anzumelden. Von dieser Zeit stammt die Zusammenarbeit  des Pfarrerr Dr. Heinrich Rzega und seiner Mutter mit den Herren Hanczuch und Latton die zur Errichtung der Eichendorffstube und Anbringung des ersten Eichendorffflachreliefs auf dem Denkmal am alten Friedhof . Es kommt zur einer Arbeitsaufteilung bei der Herr Wochnik an der Spitze der Dorfbewohner

Sich mit dem Schloß und Parkanlage befassen sollte, die Pfarrei dagegen mit der Eichendorfstube und „Alten Friedhof“.

Als es der Initiativgruppe unter der Leitung von Herrn Hanczuch gelungen ist den DFK in der Woiwodschaft Kattowitz mit dem Sitz in Ratibor am 16.01.1990 zu registrieren, schaffte es Leonhard Wochnik im Februar 1990 den Eichendorffverein mit Sitz in Lubowitz zu registrieren.

Von nun an stand Herr Wochnik an der Spitze aller Schritte und gelungenen Unternehmungen die in Lubowitz durchgeführt und stattgefunden haben, oder war praktisch „der Ausführer vor Ort“. Besonders sind zu erwähnen:

-   10 März die 202 Geburtstagsfeier Eichendorffs in Lubowitz mit 8000 Teilnehmern,

-   20. Juli 1990 die größte Kundgebung der Deutschen mit 20 Tausend Teilnehmern in Lubowitz (anwesend Pater Leppich, Dr. Hupka, Dr. Otto von Habsburg)

-   Auskauf der Grundstücke,

-   Ordnung der Umgebung der Schloßruine und des Schloßparkes,

-   Jährlich, zahlreiche traditionelle Kulturtreffen der Deutschen und Eichendorffreunde in Lubowitz,

-   Bau des Eichendorffzentrums mit seiner Einweihung im Jahre 2000,

-   Langjähriger Vorsitzender des Eichendorffvereines, Mitgründer der Eichendorffstiftung und Mitglied des Stiftungsvorstandes,

-   Unmittelbarer Betreuer des Eichendorffzentrums von Anfang an.,

-   Ständige Kontaktperson für alle die nach Lubowitz kommen wollen oder etwas mit Lubowitz zu tun haben wollen.

Ungeheuer fleißig, dem Deutschtum und dem Eichendorffverein sowie seinen Anliegen ergeben, opfert Wochnik sein Leben diesen Idealen.

Man wundert sich, dass er so viel geschafft hat und dabei nicht „gestolpert“ ist. Ich glaube es war sehr wichtig und ausschlaggebend für diese Erfolge, dass er sich voll auf diesen Bereich konzentriert hat und andere Aufgaben im Bereich der Tätigkeit der deutschen Minderheit gemieden hat.

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